Projekte
ABRAXAS - Zeitschrift für europäische Naturreligion
Warum sind denn in Deutschland keine rechtsdrehenden Milchsäuren verboten? - Vom Unsinn der Verbote sogenannter „Rechter“ Symbole -
Es begab sich eines Tages, im Internet, das ich durch eine umhergeisternte Nachricht feststellen musste, das das keltische Kreuz VERBOTEN ist, weil es angeblich ein rechtsextremistisches Symbol hat. Was mich an dieser Meldung besonders verwunderte, ist, dass das keltische Kreuz während der NS-Zeit nicht verwendet wurde.
Das keltische Kreuz (die Darstellung eines gleichschenkligen Balkenkreuzes, um dessen Schnittpunkt ein Ring gelegt ist) wurde 1982 deswegen verboten, weil es von einer rechtsextremistischen Organisation (Volkssozialistische Bewegung Deutschlands/ Partei der Arbeit) verwendet wurde. Es ist in Ordnung, wenn man eine solche Organisation verbietet – aber man kann doch nicht ein Symbol verbieten, das sich an sich nichts zu schulden kommen lassen hat. Das keltische Kreuz (sowohl die Variante mit den Verziehrungen als auch die einfache Variante) gibt es ja schon ewig (ohne irgendwelche negative Bezüge). Neben dem keltischen Kreuz, gib es eine Menge an Symbolen, die verboten sind und, die meistens eines gemeinsam haben: Sie entstammen der nichtchristlichen Kultur. Man verbietet damit die nichtchristliche Kultur und bringt indirekt Heiden, Kelten, Runenmagier und Hinduisten mit Rechtsextremismus in Verbindung. Das Verbot bedeutet in erster Linie, das ein negatives Licht auf unsere eigene (zum Teil auch fremde) Kultur geworfen wird und die Menschen ihre eigenen Wurzeln verleugnen. Eine Gesellschaft, die nicht von ihren Wurzeln getragen wird ist wie ein Baum ohne Wurzeln – sie fällt irgendwann zusammen.
Begeben wir uns erst einmal zu den historischen Tatsachen.
Zu beginn der NS-Zeit, 1933, gehörten in Deutschland etwa 96 % der Bevölkerung der Kirche an, davon waren etwa 50 % Protestanten (einschließlich der Mitglieder von evangelischen Freikirschen) und etwa 46 % Katholiken. Gerade einmal etwa 4 % der Bevölkerung gehörten einem anderen Glauben als dem Christentum an. Die 4 % beziehen sich auf alles möglichen anderen Glaubensrichtungen wie Juden, Moslems, Heiden, Atheisten,...(diese Aufzählung ist nicht vollständig). Zum Ende der NS-Zeit, 1945, waren etwa 97 % der Bevölkerung Mitglied der Kirche, davon etwa 53% in der evangelischen Kirche und etwa 44 % in der katholischen Kirche. 3 % der Bevölkerung gehörten einem anderen Glauben an.[1]
Wenn man sich diese „nackten“ Zahlen ansieht, dann stellt man fest, das die Kirche einen sehr großen Einfluss während der NS-Zeit gehabt hat. Stellen Sie sich doch einmal vor, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn die Kirche (beide Kirchen – ev./ kath) konzequent NEIN ZUM NATIONALSOZIALISMUS gesagt hätte: Dann hätte Hitler nicht die Macht ergreifen können.
An dieser Stelle möchte ich noch mal folgendes Zitat einbringen:
„Oft wird geschrieben, Hitlers Regierung in Deutschland (1933 - 1945) sei heidnisch inspiriert gewesen, doch das stimmt nicht. Hitlers Aufstieg zur Macht fand statt, als die katholische Partei die Nazis 1933 im Reichstag unterstützte und damit die Nazis in die Lage versetzte die Macht zu ergreifen. Viele Kirchenmänner von sowohl protestantischer als auch katholischer Überzeugung waren engagierte Unterstützer des Naziregimes.[...] Doch Hitler selbst sagte 1941: „Mir scheint, es gäbe nichts Dümmeres, als die Anbetung des Wotan wieder einzuführen. Unsere alte Mythologie war nicht mehr lebensfähig, seit das Christentum sich einprägte.“ [...] Neuere Forschung von John Yeowell hat gezeigt, dass Heiden in Nazideutschland – weit davon entfernt, Einfluss gehabt zu haben – exekutiert wurden. Führende Heiden wurden vom Naziregime schikaniert oder verhaftet. 1936 wurde beispielsweise der bekannte Runenmeister Friedrich Bernhard Marby verhaftet und verbrachte die nächsten neun Jahre in Konzentrationslagern. Er war nicht allein. 1941 wurden viele heidnische und esoterische Gruppen (einschließlich der Anhänger Rudolf Steiners, der Ariosophen und Anhängern der Religion des Wotan) auf Anordnung von Heinrich Himmler verbannt. Wie andere Opfer des Hitlerismus starben viele Heiden anschließend in Konzentrationslagern.“[2]
Und noch ein paar weitere Aussagen über den Anteil der Kirche während der NS-Zeit:
„Das Konkordat wurde am 20. Juli 1933 in Rom unterzeichnet und mit seiner Ratifizierung am 10. September rechtskräftig. In ihm sicherte das Deutsche Reich der katholischen Kirche in Deutschland innere Autonomie und die ungehinderte Verbreitung ihrer Schriften zu.“[3]
„Weder zu den Nürnberger Gesetzen von 1935, noch zur Reichspogromnacht vom 9. November 1938 äußerten die Amtskirchen sich öffentlich.“ [4]
„Wir halten die Kräfte des Christentums unentbehrlich für den sittlichen Wiederaufstieg des deutschen Volkes (Postkarte mit einer Aussage Adolf Hitlers von 1933).“ [5]
„Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erkannten die katholischen Bischöfe in einem Hirtenwort vom 23. August 1945 die Mitschuld der katholischen Kirche an den Verbrechen des Nationalsozialismus an. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland veröffentlichte am 18./19. Oktober 1945 das sogenannte Stuttgarter Schuldbekenntnis.“[6]
Die Kirche hat somit also nicht nur einmal in der Geschichte Deutschlands Menschen wegen ihrer Religion (bzw. aus Machtpolitischen und ähnlichen Gründen) verfolgt und ermordet, die Instiution Kirche hat Beihilfe dazu geleistet, das in der Geschichte Deutschlands dies noch ein zweites mal geschehen konnte. Zusammenfassend kann man sagen, das man den TATSACHEN zu Folge, das christliche Kreuz verbieten müsste!
Anstatt sich mit den Ursachen/ dem Nährboden von Rechtsextremismus (Völkermord, Ausgrenzung etc.) zu befassen, hat man es sich in Deutschland sehr bequem gemacht und sich einen neuen Sündenbock erschaffen. Man kann sagen, das mit dem Verbot eigentlich genau das erziehlt worden ist, was man doch eigentlich „vermeiden“ wollte - Heiden wird des öfteren unterstellt, das sie mit Rechtsextremismus in Zusammenhang stehen, obwohl Heiden damit NICHTS zu tun haben. Diese Unterstellung ist eine Form von Ausgrenzung und grundlose Ausgrenzung ist ein Nährboden für Extremismus (zum Beispiel kann es passieren, das ein Heide bei Bekanntwerden seiner Glaubensausrichtung seinen Job verliert, weil der Arbeitgeber denkt, sein Angestellter habe etwas mit Rechtsextremismus zu tun).
Auf der Website der brandenburgischen Landeszentrale für (sogenannte) politische Aufklärung heißt es:
„Die Ethnolgin Margitta Fahr beschreibt ihre Funktion: Sie sind Signal der Szene-Zugehörigkeit und weltanschauliches Bekenntnis nach außen und sie liefern Identifikation "als Vermittler starker und mächtiger Gefühle sowie im Extremfall als Initialzünder bzw. 'Heilsbringer' oder Beschützer bei (schweren) Straftaten. Ich habe rechte Jugendliche sogar schon beim 'Runenorakel' (Runenwerfen) und beim 'Runenstellen' (Runenyoga) beobachten dürfen." Dabei, so Fahr weiter, lasse sich die Runenmystik leicht entzaubern, denn nur neun der 24 klassischen Runenzeichen sind tatsächlich germanischer Herkunft, während die anderen wahrscheinlich auf etruskische Schriftzeichen zurückzuführen sind.“[7]
Das ist so ziemlicher Unsinn, den die Frau dort schreibt. Runen sind der Schlüssel zu Naturkräften, sie sind ein komplexes naturmagisches System. Die Naturkräfte sind in der Lage, sich selbst zu schützen und es bekommt den Zugang zu den Naturkräften auch nicht jeder. Runen beschützen ganz bestimmt keine Straftaten.
Die Bemerkung über die Beobachtung, die Frau Fahr gemacht hat, ist in etwa so. als würde ich folgende Aussage machen: Ich habe mal einen Gewaltverbrecher dabei beobachtet, wie er Brot kaufte und die Schlussfolgerung machen - alle Brotkäufer sind Gewaltverbrecher.
Einer Wissenschaftlerin müsste doch eigentlich bekannt sein, das es die Runen wahrscheinlich aus dem kulturellen Bereich der Ingwäonen*[8] stammen (die frühen „Germanen“ haben sich ja bekanntlich nie so bezeichnet – es ist eine Sammelbezeichnung für die verschiedensten Stämme, die in etwa in Mitteleuropa ansässig waren).
Die Frage wäre an dieser Stelle: Gab es denn bei den Ingwäonen rechtsextremistisches Gedankengut? Die Antwort ist NEIN.
Die Leute, die dem Rechtsextremismus nahe stehen, haben sich etwas einfallen lassen, um das Verbot zu umgehen: Sie benutzen Buchstaben- und Zahlenkombinationen aus dem gewöhnlichen Alphabet.
Doch warum wird das Alphabet nicht verboten? - Es wird doch von rechtsextremistischen Leuten verwendet?
Und warum verbiete man keine Rechtspfeile? - Die haben nämlich eine sehr eindeutige Aussage: Nach Rechts!
Und warum ist das Essen von rechtsdrehenden Milchsäuren noch nicht verboten? Diese bewegen sich nämlich ganz stark in die „Rechte“ Richtung.
Mal im Ernst: Wir leben eigentlich in einer Demokratie. Doch Angesichts der erdrückenden Tatsachen und Fakten die hier einfach so „verwischt“ werden, frage ich mich allen ernstes, ob wirklich in einer Demokratie leben. Ein CD-Player wird doch auch nicht verboten, nur weil ein Dieb diesen zufälligerweise widerrechtlich verwendet und benutzt hat.
Und haben sie sich auch schon einmal gefragt, warum in einigen Städten der 2. Weltkrieg mit einem Feuerinferno geendet hat? Dann sollten sie sich unbedingt mal mit der Bedeutung von Sowilo (die auch als „Siegrune“ bezeichnet wird) befassen. Die Runen lassen sich nämlich nicht ungestraft missbrauchen!
[1] Quelle der Zahlen: http://www.schader-stiftung.de/gesellschaft_wandel/454.php#grafiken [2] Quelle: heidnisches Europa, Prudence Jones & Nigel Pennick, Arun-Verlag [3] Quelle: http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/aussenpolitik/reichskonkordat/index.html (Deutsches Historisches Museum) [4]http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/kirchen/index.html (Deutsches Historisches Museum) [5]http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/97000251/index.html (Deutsches Historisches Museum - GmbH ) [6] http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/kirchen/index.html (Deutsches Historisches Museum) [7] http://www.politische-bildung-brandenburg.de/extrem/symbole2.htm [8] vermutlich orientierte sich der Stamm bei der Erstellung der Runenschrift an etruskischen Schriftzeichen.
Artikel von Mondschwester, geschrieben für ABRAXAS
|